Ab Herbst 2026:Neuer Standort der Kita „Swimmy“ in Bonn Duisdorf

Die Kath. Kirchengemeinde St. Rochus und Augustinus eröffnet gemeinsam mit dem Verein Kleiner Muck e.V. dort einen zweiten Standort der Lessenicher Kita „Swimmy“. Nach der Schließung der Kita St. Augustinus im Jahr 2024 werden die Räume in der Gottfried-Kinkel-Straße in Bonn-Duisdorf damit wieder ihrer ehemaligen Bestimmung zugeführt – und dringend benötigte Betreuungsplätze für Familien im Hardtberger Stadtbezirk geschaffen.
Die Wiederbelebung des Standorts ist ein wichtiges Signal
Peter Bernards, Stellv. Vorsitzender des Kirchenvorstands, betont: „Es ist unbestritten, dass es einen großen Bedarf an Kita-Betreuungsplätzen gibt. Auch wenn es für Außenstehende schwer nachzuvollziehen war, mussten wir den Betrieb der Kita St. Augustinus seinerzeit aus rein finanziellen Gründen aufgeben. Daher sind wir sehr froh, mit dem neuen Träger einen potenten Mieter der Kita gefunden zu haben, der sich bewusst als katholischer Träger versteht und uns sowohl mit seinem inhaltlichen Konzept als auch mit seinen finanziellen Überlegungen überzeugte.“ Bernards verweist darauf, dass die Suche nach einem geeigneten Träger mit klaren Erwartungen verbunden war: „Uns war und ist wichtig, einen Träger für die Kita gefunden zu haben, von dem wir eine gute Anbindung an unsere Kirchengemeinde erwarten können, wodurch die Kita in gewisser Weise einer der vielen Kirchorte auf dem Gebiet unserer Pfarrgemeinde sein wird. Neben diesen pastoralen Überlegungen spielten natürlich das Finanzkonzept, die Personalüberlegungen sowie die zu bewältigende vertragliche Vereinbarung mit all den zu beachtenden Konditionen, die für beide Vertragspartner tragbar sind und vom Erzbistum Köln genehmigt wurden, eine wichtige Rolle.“
Schließung einer Betreuungslücke im Gemeindebezirk
Auch für die Pastorale Einheit Bonn Nordwest hat das Projekt eine besondere Bedeutung. Der leitende Pfarrer Markus Höyng sagt:
„Wir als Pastorale Einheit Bonn Nordwest mit den Kath. Kirchengemeinden St. Rochus und Augustinus sowie St. Thomas Morus sind dankbar, dass die Betreuungslücke, die durch die Schließung der Kita St. Augustinus entstanden ist, nun mit einem neuen anerkannten Träger geschlossen werden kann. Für die Menschen im Viertel rund um die St. Augustinus-Kirche ist neues Leben im verwaisten Gebäude ein positives Zeichen für die Zukunft.“ Dass die Wiedereröffnung gerade jetzt wichtig ist, sieht auch der Kirchenvorstand:
„Gerade im Hardtberger Stadtbezirk ist der Bedarf an Kita-Plätzen nach wie vor hoch. Wir sind froh darüber, hier einen Beitrag zu notwendigen Kinderbetreuungen leisten zu können – wenn auch indirekt durch einen Vertragspartner.“ Bernards erklärt weiter:
„Für uns als Kirchengemeinde bedeutet dies, dass es hier sozusagen weiter geht und die Kinder sowie deren Eltern erfahren, was es heißt, wenn wir von einer Kita in christlicher Trägerschaft sprechen. Was selbstverständlich nicht heißt, dass Kinder anderer Konfessionen oder Konfessionslose nicht herzlich willkommen sind. Ganz im Gegenteil. Ob hierdurch auch so etwas wie eine Anbindung an das geschehen wird, was wir „Kirche“ nennen, sei einmal dahingestellt und sehe ich nicht als vorrangiges Ziel. Dafür wird die Kita in ihrer geprägten Trägerschaft an sich erst einmal Selbstzweck genug sein.“
Die Entscheidung zur Erweiterung fiel beim Trägerverein bewusst. Bernd Siebertz, Vorstandsvorsitzender des Trägers Kleiner Muck e.V., erklärt: „Wir haben festgestellt, dass wir mit der Kita-Arbeit eine wichtige Aufgabe für Familien im Stadtteil erfüllen. Dies entspricht dem Auftrag, den wir uns als Verein gegeben haben. Wir haben gerne die Möglichkeit genutzt, unser Engagement zu erweitern.“ Bevor die ersten Kinder einziehen können, stehen noch einige Arbeiten an: „Der Fußboden und die Wände benötigen einen ‚Neuanfang‘. Ansonsten können wir die Räume so übernehmen, wie die Kirchengemeinde uns diese zur Verfügung stellt.“
Schrittweise Eröffnung des Kita-Betriebs ab Herbst 2026
Die Kita „Swimmy“ plant, ihren neuen Standort schrittweise zu eröffnen. Katja Weich, Pädagogische Leiterin der Einrichtung, erläutert:
„Wir planen, im Oktober 2026 zunächst mit einer Gruppe die Türen zu öffnen. Die zweite Gruppe wird im Februar 2027 folgen. So können die Mitarbeitenden sich zuerst in einem kleinen Team zurechtfinden und im kommenden Jahr dann die neuen Kolleg*innen gut in das Konzept und die damit verbundenen Strukturen einarbeiten.“ Besonders freut sie sich auf die neuen Möglichkeiten, die mit der Erweiterung verbunden sind: „Vor allem freue ich mich auf ein wachsendes, vielfältiges Team. Viele Menschen können gemeinsam tolle Projekte auf die Beine stellen und den uns anvertrauten Kindern eine schöne, unvergessliche Kita-Zeit ermöglichen. Bei Schwierigkeiten kann man sich gemeinsam beraten und so den Kindern und Familien die bestmögliche Unterstützung bieten.“ Am pädagogischen Konzept soll sich durch den zweiten Standort nichts ändern. Weich beschreibt die Grundhaltung der Einrichtung so:
„Unser Leitsatz lautet: Miteinander leben, voneinander lernen, füreinander da sein. Danach werden wir auch an unserem zweiten Standort handeln. Die pädagogischen Schwerpunkte sind auf das Alter unserer Kinder abgestimmt. Ein großer Schwerpunkt unserer grünen Flossenkinder (4-5 Jahre) liegt beispielsweise bei dem Thema Natur und Umwelt. So bauen wir an unserem Standort in Lessenich auf 20 m² Gemüse an und kochen daraus leckere Gerichte. Auch am neuen Standort haben wir bereits eine Fläche gefunden, wo wir das Projekt anbieten werden. Auch freuen wir uns zum Beispiel darauf, den jährlichen Abschlussausflug unserer blauen Flossen (Vorschulkinder) auf den Drachenfels ab nächstem Sommer gemeinsam machen zu können.“
Gute Vernetzung ist entscheidend
Mit dem Wachstum von derzeit drei auf künftig fünf Gruppen wächst auch die Elternschaft der Kita. Die Vernetzung beider Standorte soll dabei eine wichtige Rolle spielen: „Die Elternarbeit wird sicherlich eine größere Herausforderung bei zwei Standorten. Wichtig ist da eine gute Vernetzung zwischen Eltern und Mitarbeitenden sowie auch zwischen den Eltern untereinander. Gemeinsame Feste und Feiern sind dafür gute verbindende Elemente, die wir anbieten. Spätestens beim nächsten Karnevalszug in Bonn-Lessenich, werden wir alle „im selben Strom schwimmen“, wenn wir gemeinsam traditionell als bunte Fische im Zug mitgehen.“
Kita-Arbeit ist eng mit dem sozialen Auftrag von Kirche verbunden
Das unterstreicht auch Pfarrer Höyng: „Ein Schwerpunkt in der Seelsorge unserer Pastoralen Einheit liegt im Bereich Kinder, Jugend und Familien. Die Weiterführung eines qualifizierten Angebots für Kinder und deren Familien am Standort St. Augustinus entspricht diesem Schwerpunkt, gerne auch mit dem Träger Kleiner Muck e.V., dessen Arbeit wir sehr schätzen.“ Wie Kirche und freie Träger gemeinsam Familien stärken können, beschreibt Höyng so: „Zum einen durch die Weiterführung verlässlicher Angebote in den Kindertagesstätten, auch wenn das durch die Engpässe beim Personal oft schwierig ist. Außerdem durch gut vernetzte Arbeit in den Familienzentren NRW beziehungsweise in den Katholischen Familienzentren. Und auch durch attraktive Angebote in der Familienpastoral – ob musikalisch, gottesdienstlich oder mit Veranstaltungen, in denen Kinder und Eltern gemeinsam etwas Besonders erleben.“ Für die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde und Träger sieht Bernards beste Voraussetzungen: „Dadurch, dass sich der Verein Kleiner Muck e. V. als christlicher Träger versteht, welcher sich beispielsweise in der Gestaltung der Jahreszeiten am christlichen Jahreskreis orientiert, sind wir überzeugt, dass wir hier einen Träger gefunden haben, den wir partnerschaftlich zum Beispiel auch in unser Gemeindeleben einbinden können. Der pastorale Zugang der hauptamtlichen Seelsorgenden unserer Kirchengemeinde dürfte sich außerdem als sehr unkompliziert darstellen.“
Mit Blick auf die Familien im Stadtteil fasst Bernards die Bedeutung des Projekts zusammen:
„Die Wiedereröffnung der Kita an St. Augustinus stellt zweifellos eine erfreuliche Belebung dieses Ortsteils in Duisdorf dar – orientiert an den Bedarfslagen vieler junger Familien.“ Auch der Träger blickt bereits in die Zukunft: „Wir möchten hier ein wichtiger und wertvoller Teil des Sozialraums werden. Zusammen mit den Kindern und den Eltern wollen wir viel lernen und unsere Kita-Arbeit weiterentwickeln.“